Zur medialen Bewertung des israelischen Angriffs auf den Iran

Leserbrief vom 14.06.2025

Was unterscheidet die Bewertung des israelischen Angriffs auf den Iran von der des russischen Angriffs auf die Ukraine? Ich wüßte da einige talkshowtaugliche Antworten, die aber alle nicht überzeugen. Weil das Völkerrecht insoweit nicht unterscheidet zwischen Freund und Feind, nicht zwischen Demokratien, Monarchien, Diktaturen usw. – aus gutem Grund. Weil der Krieg unter allen das schlimmste Übel ist. Es zeigt sich mal wieder, daß alle Welt sich nur selektiv auf das Völkerrecht beruft, wo es gerade paßt. Israel schon lange nicht mehr. Und weil das so ist, wollen alle Länder mit Machtambitionen die Atombombe. Das gilt für Israel wie für den Iran. Israel sieht sich dadurch bedroht und „reagiert präventiv“, weil es einen atomar bewaffneten Iran nicht mehr in dieser Weise angreifen könnte. Zugleich unterstellt es dem Iran, das atomar bewaffnete Israel mit der Bombe angreifen zu wollen. In dieser verqueren Logik braucht jeder, der die Bombe hat, sie nur zur Abschreckung, zur eigenen Sicherheit, während jeder, der nach ihr strebt, damit natürlich Böses im Schilde führt. Tatsächlich dürfte es eher andersherum sein. Wer die Bombe will, verspricht sich davon Souveränität, Unangreifbarkeit. Wer sie hat, will die daraus erwachsene Vormacht, die Durchsetzungskraft gegenüber denen, die sie nicht haben, nicht verlieren. Wo Macht das Fundament von Freiheit und Sicherheit ist, muß diese mit allen Mitteln – notfalls auch mit aller Gewalt – verteidigt werden. So erwächst das Problem aus seiner „Lösung“. Pikant: Mit seiner unverbrüchlichen Treue aus „Staatsraison“ relativiert und unterstützt Deutschland in Israel eine Regierung, die unser Verfassungsschutz nach seinen Kriterien zweifellos als „gesichert rechtsextrem“ einstufen müßte.

Michelstadt, 14.06.2025
Detlev Matthias Daniel

80 Jahre nach Kriegsende: Vertreibung

»Zur gleichen Zeit, als der Nürnberger Prozess lief, wurden jedoch Millionen von Deutschen aus ihrer Heimat vertrieben, auf Beschluss oder zumindest mit Billigung derselben Mächte, deren Ankläger und Richter in Nürnberg über nationalsozialistische Kriegsverbrechen befanden, u. a. über Massendeportationen.«

Alfred M. De Zayas: „Die deutschen Vertriebenen – Keine Täter sondern Opfer“, ARES Verlag, 2006, S. 63

In den zurückliegenden Wochen wurde an vielen Orten in Deutschland dem Ende des Zweiten Weltkriegs gedacht. Für die überwiegende Mehrheit derjenigen Menschen, die damals in den von den Westalliierten besetzten Gebieten lebten, ging in der Tat wohl eine schlimme Zeit zu Ende. Nicht aber für mehr als 15 Millionen Deutsche. Sie mussten mit ihrer Vertreibung erst noch ein weiteres tiefes Tal der Tränen durchschreiten, aus dem mehr als zwei Millionen von ihnen nicht mehr lebend heraus kamen, ehe auch sie „zur Ruhe“ kamen.

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Eklat im Weißen Haus

Kommentar 02.03.2025

Selbst strammste Transatlantiker*Iinnen regen sich derzeit darüber auf, wie Trump und Vance Selenskyj vor laufenden Kameras in die Mangel genommen haben. Viele Politiker europäischer Staaten beeilen sich denn auch flugs, dem vermeintlichen Opfer ihre uneingeschränkte „Solidarität“ zu bekunden. Eine von J.D. Vance gemachte Aussage bleibt dabei auffallend unterbelichtet:

„You went to Pennsylvania and campaigned for the opposition in October….“zu hören bei Zeitpunkt 25:50 hier.

Der Vizepräsident ist offenbar „angefressen“ darüber, dass Selenskyj während des US-Wahlkampfs „Papa Joe“ unterstützte. Hat er das? Nun, die Grüne selbsternannte Nichtregierungsorganisation Zentrum Liberale Moderne (Kurzform LibMod), „gefördert“ vom (bisher) Grünen Außenministerium und bezahlt vom (bisher) Grünen Familienministerium berichtet hier:

„Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj besuchte Ende September eine Woche lang die USA, um sich mit Kamala Harris, Donald Trump und US-Präsident Joe Biden zu treffen. Und seinen „Siegesplan“ vorzustellen. Das Gespräch mit Harris verlief ehe formell, während Trump verärgert auf Selenskyjs Besuch in einem Munitionswerk in Pennsylvania reagierte, bei dem ihn nur Demokraten begleiteten. Während frühere Besuche von Wolodymyr Selenskyj in den USA dazu beitrugen, beide Parteien in der Unterstützung der Ukraine zu vereinen, [….] forderte der Sprecher des Repräsentantenhauses Mike Johnson in einem offenen Brief an Selenskyj die Abberufung der ukrainischen Botschafterin in den USA Oksana Markarowa wegen angeblicher „Einmischungen“ in die US-Wahlen. […]Anfangs war unklar, ob Wolodymyr Selenskyj den republikanischen Präsidentschaftskandidaten überhaupt treffen würde……“

Niemand muss sich daher über diese Retourkutsche wundern. Doch auch für Vance gilt: So fühlt es sich an, wenn sich Staat ungefragt in Wahlkämpfe anderer, schwächerer Staaten einmischt. Ob er das in Zukunft beherzigen wird bleibt abzuwarten.

Und noch etwas fällt auf: Selenskyj bedankt sich für alles Mögliche bei seinen bisherigen Gönnern, nur für eines nicht: Für die 5 Milliarden Dollar Investition in den Regime Change 2014. Stattdessen unterstellt er viel lieber Putin, bereits 2014 große Teile der Ukraine besetzt und auch die Krim annektiert zu haben. Kein Wort über den vorherigen ukrainischen Terror im Gewerkschaftshaus von Odessa und gegen die russischen Minderheiten nach dem Maidan im Donbas. Eine derart einseitige Rhetorik kann nur einem Zweck dienen: Die Alleinschuld des Gegners an diesem Krieg aufrecht zu erhalten. Viele seiner Aussagen erinnern an das Arsenal klassischer Kriegspropaganda:

  1. Der Gegner trägt die Verantwortung

  2. Der Führer des Gegners ist ein Teufel

  3. Wir kämpfen für eine gute Sache

  4. Der Gegner kämpft mit unerlaubten Waffen

  5. Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, wir nur versehentlich

  6. Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm

  7. Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache

  8. Unsere Mission ist „heilig“

  9. Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht ist ein Verräter

Mit Crescendo wiederholte Trump:

„You‘re gambling with World War III“

Damit hat er recht!

Die Münchner (Un) Sicherheitskonferenz (MSC)

Kommentar 04.02.2025

In der Ausgabe der WELT von gestern stand: „AfD und BSW sind bei Münchner Sicherheitskonferenz unerwünscht.“ Die Begründung ist irrwitzig: Beide Parteien entsprächen nicht dem Grundprinzip „Peace through dialogue, Frieden durch Dialog“. Sowohl die AfD als auch das BSW hätten den Deutschen Bundestag verlassen, als Selenskyj gesprochen hat. Das sei das Gegenteil von Dialog und „nicht im Geiste des Konferenzgründers.“ Das wirft Fragen auf….. „Die Münchner (Un) Sicherheitskonferenz (MSC)“ weiterlesen

Bürger wissen nicht, wen sie wählen sollen

Leserbrief vom 17.01.2025

Focus Online berichtet, dass laut einer Forsa–Umfrage derzeit 28% der Bürger noch nicht wissen, ob sie überhaupt und wenn ja, wen sie wählen sollen. Der Meinungsforscher Manfred Güllner zeigt sich davon überrascht: Das sei untypisch und zeige, wie verunsichert Menschen sind, „dass sie nicht mehr wissen, wen sie überhaupt noch wählen sollen.“

„Bürger wissen nicht, wen sie wählen sollen“ weiterlesen

Nachrichten aus Syrien

Heute (12.12.2024) gingen mehrere Nachrichten über Vorgänge in Syrien und Damaskus bei uns ein. Eine dieser Nachrichten verweist auf einen Artikel auf Global Bridge, in welchem aufgezeigt wird, was in den Leitmedien in Deutschland größtenteils verschwiegen wird. Eine andere Nachricht schildert die Situation in Damaskus in den letzten Tagen, für die wir die Genehmigung haben, sie veröffentlichen zu dürfen. Beide Nachrichten dienen dazu, die Geschehnisse in einem globaleren Kontext besser einordnen zu können, denn offensichtlich ist Syrien nur ein Zwischenstopp. Das wahre Ziel dieses neuen Regime Change dürfte wohl ein anderes sein.  Hier der Inhalt mit Informationen über Damaskus:

„Nachrichten aus Syrien“ weiterlesen

Ukraine: Frieden mit Russland – Putin schickt klare Botschaft

Kommentar, 06.12.2024

Der Artikel mit dieser Überschrift ist hier zu finden und erinnert an kognitive Kriegsführung im Sinne der herrschenden Klasse. Er strotzt vor Vermutungen und Behauptungen. Schon das ausgewählte Bild…

..bedarf keines weiteren Kommentars. Die Botschaft, die hier wiedergegeben werden soll, ist klar: Putin, der Böse.

Textpassagen des verlinkten Artikels, die nachfolgend zitiert werden,  sind blau-kursiv gekennzechnet. 

„Ukraine: Frieden mit Russland – Putin schickt klare Botschaft“ weiterlesen

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