Eklat im Weißen Haus

Kommentar 02.03.2025

Selbst strammste Transatlantiker*Iinnen regen sich derzeit darüber auf, wie Trump und Vance Selenskyj vor laufenden Kameras in die Mangel genommen haben. Viele Politiker europäischer Staaten beeilen sich denn auch flugs, dem vermeintlichen Opfer ihre uneingeschränkte „Solidarität“ zu bekunden. Eine von J.D. Vance gemachte Aussage bleibt dabei auffallend unterbelichtet:

You went to Pennsylvania and campaigned for the opposition in October….“zu hören bei Zeitpunkt 25:50 hier.

Der Vizepräsident ist offenbar „angefressen“ darüber, dass Selenskyj während des US-Wahlkampfs „Papa Joe“ unterstützte. Hat er das? Nun, die Grüne selbsternannte Nichtregierungsorganisation Zentrum Liberale Moderne (Kurzform LibMod), „gefördertvom (bisher) Grünen Außenministerium und bezahlt vom (bisher) Grünen Familienministerium berichtet hier:

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj besuchte Ende September eine Woche lang die USA, um sich mit Kamala Harris, Donald Trump und US-Präsident Joe Biden zu treffen. Und seinen „Siegesplan“ vorzustellen. Das Gespräch mit Harris verlief ehe formell, während Trump verärgert auf Selenskyjs Besuch in einem Munitionswerk in Pennsylvania reagierte, bei dem ihn nur Demokraten begleiteten. Während frühere Besuche von Wolodymyr Selenskyj in den USA dazu beitrugen, beide Parteien in der Unterstützung der Ukraine zu vereinen, [….] forderte der Sprecher des Repräsentantenhauses Mike Johnson in einem offenen Brief an Selenskyj die Abberufung der ukrainischen Botschafterin in den USA Oksana Markarowa wegen angeblicher „Einmischungen“ in die US-Wahlen. […]Anfangs war unklar, ob Wolodymyr Selenskyj den republikanischen Präsidentschaftskandidaten überhaupt treffen würde……

Niemand muss sich daher über diese Retourkutsche wundern. Doch auch für Vance gilt: So fühlt es sich an, wenn sich Staat ungefragt in Wahlkämpfe anderer, schwächerer Staaten einmischt. Ob er das in Zukunft beherzigen wird bleibt abzuwarten.

Und noch etwas fällt auf: Selenskyj bedankt sich für alles Mögliche bei seinen bisherigen Gönnern, nur für eines nicht: Für die 5 Milliarden Dollar Investition in den Regime Change 2014. Stattdessen unterstellt er viel lieber Putin, bereits 2014 große Teile der Ukraine besetzt und auch die Krim annektiert zu haben. Kein Wort über den vorherigen ukrainischen Terror im Gewerkschaftshaus von Odessa und gegen die russischen Minderheiten nach dem Maidan im Donbas. Eine derart einseitige Rhetorik kann nur einem Zweck dienen: Die Alleinschuld des Gegners an diesem Krieg aufrecht zu erhalten. Viele seiner Aussagen erinnern an das Arsenal klassischer Kriegspropaganda:

  1. Der Gegner trägt die Verantwortung

  2. Der Führer des Gegners ist ein Teufel

  3. Wir kämpfen für eine gute Sache

  4. Der Gegner kämpft mit unerlaubten Waffen

  5. Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, wir nur versehentlich

  6. Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm

  7. Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache

  8. Unsere Mission ist „heilig“

  9. Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht ist ein Verräter

Mit Crescendo wiederholte Trump:

You‘re gambling with World War III“

Damit hat er recht!

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