»Zur gleichen Zeit, als der Nürnberger Prozess lief, wurden jedoch Millionen von Deutschen aus ihrer Heimat vertrieben, auf Beschluss oder zumindest mit Billigung derselben Mächte, deren Ankläger und Richter in Nürnberg über nationalsozialistische Kriegsverbrechen befanden, u. a. über Massendeportationen.«
Alfred M. De Zayas: „Die deutschen Vertriebenen – Keine Täter sondern Opfer“, ARES Verlag, 2006, S. 63
In den zurückliegenden Wochen wurde an vielen Orten in Deutschland dem Ende des Zweiten Weltkriegs gedacht. Für die überwiegende Mehrheit derjenigen Menschen, die damals in den von den Westalliierten besetzten Gebieten lebten, ging in der Tat wohl eine schlimme Zeit zu Ende. Nicht aber für mehr als 15 Millionen Deutsche. Sie mussten mit ihrer Vertreibung erst noch ein weiteres tiefes Tal der Tränen durchschreiten, aus dem mehr als zwei Millionen von ihnen nicht mehr lebend heraus kamen, ehe auch sie „zur Ruhe“ kamen.
Warum soll auch heute noch an die Vertreibungen erinnert werden? „Lasst doch das Vergangene endlich ruhen, was vorbei ist, ist vorbei!“ Diesen Satz hört man oft, wenn man das Thema anschneidet. Aber ist es wirklich vorbei? Natürlich nicht, es ist sogar omnipräsent – gerade bei uns in Deutschland. Die Vertriebenen aus Afghanistan, Syrien, dem Irak und ja, auch aus der Ukraine, belegen es Tag für Tag.
Nur wer sich näher mit der Geschichte befasst lernt zu verstehen, was uns die neue „Kriegstüchtigkeit“ eines Boris Pistorius, die „Kriegsgeilheit“ der Kiesewetter‘s & Co. sowie die „Großmannssucht“ des neuen Kanzlers Friedrich Merz bringt, wenn dieser glaubt, Putin „knallharte Ultimaten“ stellen zu müssen, Militärausgaben in astronomische Höhen treibt (obwohl er doch vor der Wahl immer auf die Schuldenbremse trat), dafür Sozialausgaben kürzt und von neuer „Führungsverantwortung der Mittelmächte in Europa“ fabuliert.
Wenn es tatsächlich zu dem so oft schon herbeigeredeten Krieg in Europa kommen sollte (dann hoffentlich nur nicht-nuklear geführt), den sich der Westen förmlich herbeizusehnen scheint, spielt selbstverständlich der an seinem Ende (falls das die Menschheit noch erlebt) eintretende Revanchismus genau wieder die gleiche Rolle wie schon ab 1919 und ab 1945! Deshalb ist es notwendig, an die Vertreibung zu erinnern!
Übrigens: Man denke in diesem Kontext auch an die derzeitige Situation der ca. 14,5 Millionen Palästinenserinnen und Palästinenser insgesamt. Sie haben keinen eigenen Staat. Ca. 5,5 Millionen von ihnen leben in von Israel illegal annektierten und besetzten Gebieten im Gasastreifen (ca. 2,2 Mio) und im Westjordanland (ca. 3,3 Mio). Die restlichen ca. 9 Millionen sind in die Diaspora Vertriebene, die teilweise dort unter schwierigsten Bedingungen leben, weil sein keinen eigenen Staat haben. Und als ob das nicht schon genug wäre, findet im Gasastreifen derzeit ein Genozid statt, einhergehend mit ethnischer Säuberung und weiterer Vertreibung.
Das „Römische Statut des Internationalen Strafgerichtshofs vom 17. Juli 1998“ definiert in Artikel 7, Absatz d) und h) den Sachverhalt des „Verbrechens gegen die Menschlichkeit“ wie folgt:
d) Vertreibung oder zwangsweise Überführung des Bevölkerung
h) Verfolgung einer identifizierbaren Gruppe oder Gemeinschaft aus politischen, rassischen, nationalen, ethnischen, kulturellen oder religiösen Gründen.
Im Hessischen Ried lebt heute eine erhebliche Anzahl von Nachkommen von Heimatvertriebenen. An das Schicksal dieser nach dem 2. Weltkrieg Vertriebenen sei heute erinnert, beispielhaft mit Vorgängen, die sich in dem kleinen Städtchen Neuern (tschechisch: Nýrsko) im Böhmerwald, Luftlinie ca. 20 km nördlich von Bayerisch Eisenstein abgespielt haben. Die nachfolgenden Schilderungen sind dem Kapitel „Egerland und Böhmerwald“ entnommen aus dem Buch von Emil Franzel: „Die Vertreibung Sudetenland 1945-1946„:
Es gilt, noch einen Blick auf den Böhmerwald zu werfen, der während der Jahre von 1938 – 1945 zum größeren Teil nicht zum Sudetengau, sondern zu Bayern gehört hatte. Und schließlich werden wir uns dem „Caput Regni Bohemiae“, der Hauptstadt Prag zuwenden, die monatelang eine einzige große Folterkammer war, in der „Menschenopfer ohne Zahl“ gefallen sind.
Die in den Sudetenländern stehenden deutschen Truppen unternahmen also keinen Versuch, die Amerikaner durch einen Stoß aus der Zitadelle Böhmen nach Bayern zur Offensive gegen Böhmen zu reizen. Vielleicht fehlte es dazu an den nötigen Kräften. Als ausgesprochen töricht und gewissenlos muss aber bezeichnet werden, dass man den amerikanischen Vormarsch auch noch aufzuhalten versuchte und durch die Verteidigung einzelner Orte und Straßensperren den Sowjets faktisch den Weg nach Prag und bis Westböhmen offen hielt. Die Bewohner der westböhmischen Dörfer und Kleinstädte erkannten besser als die Führung, wie wichtig es für sie war, den Krieg rasch zu beenden und dem Vordringen der Amerikaner nichts in den Weg zu stellen, damit möglichst große Teile Böhmens von diesen besetzt werden. Das führte dann, wie wir sehen werden, noch im letzten Augenblick zu einer Reihe von gefährlichen und zweideutigen Situationen. Die da oder dort nach vorübergehendem Rückzug noch einmal in den Ort zurückkehrende SS ging mit schärfstem Terror gegen die Kapitulanten vor. Die Amerikaner aber waren misstrauisch geworden und behandelten ihrerseits die deutsche Bevölkerung auch nicht immer sehr gut. Allerdings nahm man, wie wir schon sagten, keine Behelligungen als schweren Druck, solange man den Terror der Tschechen nicht kennengelernt hatte. Die Amerikaner erwiesen sich auch nicht immer wirklichen Schutz. Oft waren sie gegenüber sudetendeutschen Bitten um Intervention zaghafter als die Russen, die sich, wenn es nicht darum ging, ihren eigenen Hunger nach Frauen einzudämmen, fast immer bereit zeigten, einzuschreiten. Es hing viel auch davon ab, wer die Amerikaner waren, echte Amerikaner, die sich meist soldatisch und kavaliersmäßig benahmen, oder deutsche Remigranten, die anscheinend dem Treiben der Neohussiten manchmal mit Sympathie zusahen und sich als Organe der Umerziehung betrachteten, mit der sie an Ort und Stelle und keineswegs sehr geschickt begannen. Sie vergaßen, dass Worte höchstens belehren, böse Beispiel aber Schule machen, dass also ihre stillschweigende Duldung des tschechischen Mord-rausches den gequälten Sudetendeutschen eine fragwürdige Vorstellung von Demokratie vermittelte.
Die Chronik des Heimatforschers Josef Blau
In einem ausführlichen Bericht hat Josef Blau, der am 12.8.1872 in Ober-Neuern geboren wurde, die Leidensgeschichte seine Heimatstädtchens Neuern im Böhmerwald festgehalten.
„Seit vielen Jahren führte ich ein Tagebuch, und diese Notizen von damals sind mir später von Nutzen gewesen, so brauchte ich nichts aus der Erinnerung aufzuschreiben, sondern konnte immer dieses Tagebuch zu Hilfe nehmen.
Am 17.1.1945 erfuhren wir, dass die Russen einen tiefen Einbruch in die deutsche Front erzielt hatten und schon vor Tschenstochau standen. Am folgenden Tag werden die Schulen geschlossen. Die Händler liefern keine Kohlen mehr aus. Amerikanische Flugzeuge fliegen ungestört über uns dahin. Sie werfen ihre Bomben über Pilsen ab. Die nächsten Wochen sind voller Unruhen und Gerüchte. Die Sparkasse zahlt nur noch 100 RM aus. Wir graben wertvolle Sachen im Bienenhaus ein. Der Ringplatz steht voller Treckwagen, die mit Flüchtlingen aus dem Südosten kommen. Am Sonntag, dem 22.4. rückt der Volkssturm aus. Alle Fabriken liegen still. Die Arbeiter sind nach Hause gegangen. Von Bayern her hört man Kanonendonner. Wieder Gerüchte. Die Amerikaner sollen schon in den nächsten Tagen bei uns sein. Das Warten wird unerträglich. Die Gerüchte überstürzen sich. Wird Neuern verteidigt oder nicht? Wir erfahren, dass die SS in der Nähe gewütet hat. Im Steinbruch in Hammern werden von ihr mehrere Menschen erschossen, darunter auch die Frau des Spediteurs Hartung, der Amtsrichter Schmied und der Inhaber des Kinos in Neuern. Für die Verteidigung der Stadt stand nur noch der Volkssturm zur Verfügung. Die ganze Bevölkerung war gegen die Verteidigung. Ingenieur Baumann sprach mit dem Führer des Volkssturms, einem Leutnant, und erklärte ihm die Zwecklosigkeit seines Vorhabens. Er sagte: »Ich war selbst im Weltkrieg Offizier, aber solche Dummheit hat es damals nicht gegeben.« Die SS wollte ihn festnehmen, aber er konnte mit dem Fahrrad entfliehen. In Plöss holte ihn die SS ein. Im Wirtshaus verteidigte er sich und erschoss dabei einen der SS-Männer. Dann ereilte ihn sein Schicksal, die SS schoss ihn nieder. Bei seinem Begräbnis sagte dann Pfarrer Schalek: »Ich kann über seinen Tod nicht reden aus begreiflichen Gründen, die Chronik der Stadt Neuern aber wird seiner Treu gedenken.«
Am 29.4., es war ein Sonntag, war es dann so weit. Schon am Morgen hörten wir Geschützdonner. Der Tag war kühl und ohne Sonne. Wir sitzen im Keller und gehen nur dann einmal auf die Straße, wenn der Beschuss nachgelassen hat. Viele Häuser brannten. Dann hörten wir ein Rumpeln und Donnern. Die amerikanischen Panzer waren in der Stadt. Erst als die Schießereien vorbei waren, wagten wir uns aus dem Hause. Ich hängte ein weißes Tuch von der Straßenseite oben aus dem Fenster. Die Tochter des Dienstmanns Tomar rief mir zu, dass das Aushängen weißer Tücher bei Todesstrafe verboten sei. Ich sagte: »Wieso, ist das den Amerikanern nicht recht?«
»Die SS hat es aber doch verboten.« Ich sagte: »Jetzt sind aber doch die Amerikaner da, und da hat doch die SS nichts mehr zu sagen!« Da erfuhr ich aber, dass die Amerikaner nur einen kurzen Besuch in Neuern abgestattet hatten, sie waren schon wieder abgefahren. Also herrscht bei uns immer noch die SS, und ich nahm den weißen Lappen wieder aus dem Fenster, denn die SS kannte keine Gnade, das hatte ich ja erlebt. Ich erfuhr, dass die SS Oberstleutnant Poppen das Kommando übertragen hatte. Die Schießereien dauerten an. Die Amerikaner standen kurz vor dem Ortseingang. Dann ein neues Gerücht: Die Stadt Neuern hat 24 Stunden Frist zur Übergabe, wenn nicht, so wird sie durch Bomben in Schutt und Asche gelegt. Die meisten Einwohner sind schon weggezogen. Neuern ist fast menschenleer. Während ich die Notizen schreibe, sehe ich die Leute bergwärts eilen. Am folgenden Tag, es ist der 1. Mai 1945, beginnt um 10 Uhr der Beschuss von Neuern. Neuern brennt an vielen Stellen. Diebe gehen um und plündern die verlassenen Wohnungen. Dann erfahren wird, dass die SS in den Wald geflüchtet ist. Sie, die alles Unheil und durch die Beschießung der Stadt unzählige Tote verschuldet hat, macht sich jetzt aus dem Staube. Am 3.5. sind immer noch die Kämpfe im Gange. Bei Freihöls kämpft der Arbeitsdienst. Um 6 Uhr abends rief Lehrer Gobes zur Gartentür herein: »Alle Waffen sind bis 8 Uhr abzugeben, wer sich nach 8 Uhr auf der Straße zeigt, wird erschossen«. Jetzt fällt kein Schuss mehr, es herrscht eine unheimliche Stille. Alle Menschen sind erleichtert und sagen: »Gottlob, dass alles vorbei ist.« Einige sagten lachend: »Nun sind wir wohl amerikanische Staatsbürger«. Frau Girst steht auf dem Platz beim Gasthof Haas, lacht über des ganze Gesicht und ruft immer wieder: »Gottseidank, der Krieg ist aus, der Krieg ist aus, der Krieg ist aus«. Der 4. Mai dämmert herauf. In der Morgenstunde sehe ich viele Menschen wie besessen den Häuserer-Weg hinauflaufen. Was ist denn da wieder los? Jemand behauptet: »Die SS ist wieder da. Sie hat gestern die Amis überfallen und zurückgetrieben.« Dr. Behrens sagte mir, dass Oberleutnant Poppen wieder im Rathaus sitzt. Tatsächlich! SS-Soldaten gehen umher, und nachmittags um vier Uhr fallen die ersten Schüsse. Die Zufahrtsstraßen sind von der SS besetzt. Auch in unserem Garten kriechen SS-Leute hinter dem Holzhaufen herum und schießen auf die Amerikaner. Die Nacht verläuft voller Unruhe und Sorge.
Als der Morgen ergraut ist kein SS-Mann mehr zu sehen. Dafür stehen amerikanische Soldaten, meist Neger, in den Straßen. Nun glauben wir, dass Recht uund Ordnung wieder in Neuern einziehen wird.
Tschechische Miliz trifft in Neuern ein, Haussuchungen beginnen. Die Übergriffe mehren sich. Immer wieder hört man von Verhaftungen. Einige erzählen, dass alle Deutschen aus ihrer Heimat ausgewiesen würden. Wir glauben ihnen nicht. Die Verhaftungen nehmen zu. Die Tschechen prügeln wahllos. Nur dann und wann greifen die amerikanischen Besatzungssoldaten ein. Ein Fall ist mir bekannt: Ein tschechischer Milizer gebärdet sich einem verhafteten Deutschen gegenüber wie eine Bestie, schlägt wie wild auf ihn ein. Da tritt ein amerikanischer Offizier hinzu und reißt den wütenden Tschechen zurück. Der Tscheche jedoch ist wie von Sinnen, so dass er jetzt sogar den amerikanischen Offizier angreift, doch der macht nur kurzen Prozess und schießt den Tschechen nieder.
An einem Sonntag im Sommer 1945 klebten die Tschechen überall Plakate an. Alle Wertsachen mussten nun die Deutschen bei den Tschechen abliefern. Wir spürten immer mehr, dass wir rechtlos waren, Freiwild für die neuen Herren. Jetzt wird es zur Gewissheit, dass wir unsere liebe Heimat verlassen müssen. Wie viele Männer und Frauen aus Neueren schon verhaftet und in die tschechischen KZ eingeliefert wurden, ist nicht bekannt. Die Angst schleicht durch die Straßen. Viele haben sich aus Verzweiflung erhängt. Andere versuchen, nachts über die Grenze nach Bayern zu entkommen, besonders solche, die mit einer Verhaftung durch die Tschechen und mit der Einlieferung in ein KZ rechnen, denn was in diesen KZ‘s geschieht, das hat sich längst herumgesprochen. Doch die Grenzen sind stark bewacht, und täglich hört man, wer beim versuchten Übergang von der tschechischen Miliz erschossen worden ist. Dann kommt der 24. Dezember des Jahres 1945: Den Deutschen wird der Kirchgang gestattet. Wie viele von unseren lieben Nachbarn und Bekannten fehlen! Unser Pfarrer zählt in seiner Predigt die betrüblichen Ereignisse des Jahres noch einmal auf. Allein in unserer kleinen Stadt habe es 270 Tote gegeben. Unser Geistlicher konnte selbst oft vor Tränen nicht mehr weitersprechen, und auch wir Zuhörer weinten laut. Das Jahr 1946 brachte uns dann die Ausweisung. Viele Dörfer in der Umgebung waren schon wie ausgestorben. Über 100 Tschechen haben sich schon in Neuern angesiedelt, haben sich die besten Häuser zuweisen lassen und die Bewohner auf die Straße gejagt, doch noch sind 3000 Deutsche in der Stadt. Jetzt sickern auch die Geschehnisse in den KZ der Tschechen durch. Täglich treffen Meldungen über Todesfälle ein. Man sagt zwar, sie seien an Herzschlag oder ähnlichem gestorben, wir aber wissen mehr. Mitte März 1946 verfahren die Tschechen plötzlich höchst human mit uns – es gibt keine Verhaftungen, nirgends wird geschlagen, keiner wird erschossen. Tage später erfahren wir den Grund für diese Behandlung: Es war eine internationale Kommission in der Stadt, ein Schweizer, ein Schwede und ein Amerikaner. Doch kurz danach geht das Quälen und Schinden, das Schikanieren und Morden von neuem los.
Am 4.4.1946 wird der erste Transport der „Aussiedler“ zusammen gestellt. Es waren 26 Viehwagen. Überall standen schwer bewaffnete tschechische Soldaten und Gendarmen. In kürzester Zeit waren die Wagen mit Deutschen gefüllt. Immer mehr wurden in die Viehwagen gepresst und ohne Rücksicht nahmen die Tschechen den Menschen das Gepäck weg. Als der Zug anfuhr, weinten alle. Wenige Tage später wird ein neuer Transport vorbereitet. Ostersonntag, 22.4.1946. Manche Tschechen machen sich sogar Gewissensbisse daraus, dass sie in deutschem Eigentum sitzen. Manche entschuldigen sich, sie seien nur durch Zwang in unsere Stadt gekommen. Einige von den Tschechen sagen: »Wir werden hier kein Glück haben…!« Aber es sind nicht viele, die so reden, die meisten fühlen sich wie zu Hause und können die vollständigen Ausweisungen der Deutschen gar nicht erwarten. Immer neue Transporte. Durch unseren Bahnhof fahren auch viele Züge mit Ausgewiesenen aus anderen Gegenden. Manchmal wird gewinkt. Die Menschen sind aber meist zu erschöpft, denn sie sind so eng zusammengepresst, dass sie nicht einmal sitzen können. Das ist die sogenannte „humane Aussiedelung!“ Erst am 9.11.1946 fährt der letzte Transportzug ab. Kurz vor Mitternacht trommelt es vor meinem Hause. Mit unserem wenigen Gepäck mussten wir uns sofort auf dem Fabrikhof einfinden. Die Tschechen plündern uns aus und nehmen uns fort, was ihnen noch wertvoll erscheint. Manchmal stechen sie auch mit ihren Bajonetten in die Koffer oder Rucksäcke. Wir fahren aus der Heimat.“
Und noch einmal Alfred M. de Zayas:
„Diese Vertreibung war offensichtlich ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, daran besteht kein Zweifel, und mehrere Professoren des Völkerrechts bezeichnen es als Völkermord. Wenn man sich die damaligen Äußerungen von […] Edvard Beneš aus der Tschecheslowakei […] ansieht, wird deutlich, dass dies von einer völkermörderischen Absicht begleitet war – eine ethnische Gruppe, ganz oder teilweise, zu vernichten. Und natürlich war dies ein völlig rassistischer Akt, den man wurde nicht ausgewiesen weil man etwas getan hatte. […] Selbst wenn man ein Anti-Nazi war, selbst wenn man von den Nazis inhaftiert worden war: Als die Polen kamen um dein Eigentum, dein Land, zu nehmen, zählte nur eins: Bist du Deutscher???? Sprichst Du deutsch??? RAUS! Es ging also überhaupt nicht darum, um individuell zu prüfen. Du hast Vergehen begangen und deshalb ist dies die richtige Strafe! […] Ein Verbrechen in der Vergangenheit rechtfertigt kein weitere Verbrechen in der Gegenwart. Und der Völkermord an den Juden im Zweiten Weltkrieg rechtfertigt keinen Völkermord an den Palästinensern durch die zionistischen Israelis. Und das ist natürlich das, was Menschen, die logisch denken, kennen. Es ist so offensichtlich, dass es, um ehrlich zu sein, eine Beleidigung ihrer und meiner Intelligenz ist, was anderes zu behaupten! […] Und man erkennt, dass der Zionismus von Anfang an eine rassistische, religiöse und ausgrenzende Politik war, die der gesamtem Menschenrechtsphilosophie widerspricht. […] Und die Menschen erkennen nicht, dass Israel, seine Geschichte, seine Vorgeschichte terroristisch ist.“
Zu finden hier: https://www.youtube.com/watch?v=z0Hwe0p9oGU&t=1227s

