Derzeitige Zustände im Gazastreifen werden in diesem kurzen Film gezeigt, der am 1. Jahrestag des Israel-Gaza Kriegs ausgestrahlt wurde. Darin heißt es – Zitat: „Im Zuge der israelischen Militäroffensive sind nach palästinensischen Angaben fast 42.000 Menschen getötet worden. Die Opferzahlen könnten deutlich höher sein, da viele Menschen vermisst werden und noch immer Tote unter den Trümmern der zerstörten Gebäude liegen.“
Könnten deutlich höhere sein?
Abgesehen von der nur noch als sarkastischer Euphemismus wahrnehmbaren Formulierung einer „israelischen Militäroffensive„, gibt es zu der Anzahl der Toten wesentlich höhere Einschätzungen von Democracy Now vom 10. September 2024. Der darin zitierte britische „Lancet“ geht – unter Berücksichtigung weiterer Folgen der sinnlosen Bombardierungen des Gaza-Streifens (indirect deaths, children starving at a record rate) – von geschätzten 186.000 Toten aus, ca. 8% der Gesamtbevölkerung Gaza’s mit ca. 2,3 Millionen Menschen. Ralph Nader schätzt sie noch höher auf bis zu 300.000, was 13% der Bevölkerung in Gaza entspräche ( ….„and it may double by the end of the year!„) Träfen die 300.000 Tote zu, wäre das prozentual die gleiche Anzahl der Toten wie sie Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg zu verzeichnen hatte, der als opferreichster aller Kriege bezeichnet wird. Laut der Bundeszentrale für Politische Bildung hatte Deutschland 1939 ca. 69 Millionen Einwohner. Bis 1945 gab es je nach Quellen ca. 8,8 Millionen Kriegstote, macht 12,7% der deutschen Bevölkerung 1939! Man kann es auch in absulten Werten betrachten: In Gaza gab es möglicherweise in diesem einen Jahr mehr Tote als in Letltand im gesamten Zweiten Weltkrieg. Gaza – ein bizarres Abbild regelbasierter Ordnung von westlichen Demokratien im Nahen Osten.
Übrigens: Nader, Sohn libanesischer Einwanderer, gilt laut Wikipedia nicht als „Verschwörungsideologe.“

