Warum?
Heute, auf den Tag genau vor 80 Jahren wurde die Charta der Vereinten Nationen (Kurzform: UN-Charta) von den USA RATIFIZIERT. Trotzdem wurden nur einen Tag später, am 9. August 1945, massenhaft Zivilisten abgeschlachtet. Doch schon vorher wurde gegen den Geist dieser Charta verstoßen, denn: Am 26. Juni UNTERZEICHNETEN alle 50 Gründungsmitglieder einschließlich der USA die Gründungsurkunde. Das hinderte das heutige Imperium nicht daran, auch schon am 6. August 1945 den Massenmord in Hiroshima zu begehen.
Die UNTERZEICHNUNG eines Vertrags ist ein Akt, durch den der Staat sein Interesse an dem Vertrag und seine Absicht, Vertragspartei zu werden, bekundet. Die Unterzeichnung allein ist noch nicht bindend. Er hat jedoch die Verpflichtung, dem Sinn und Zweck des Vertrags nicht zuwiderzuhandeln, solange er nicht ausdrücklich erklärt hat, doch nicht Vertragspartei werden zu wollen
RATIFIZIERUNG nennt man den Akt, mit dem ein Staat sich endgültig und verbindlich bereit erklärt, sich an einen Vertrag halten zu wollen. Der Vertragsstaat muss von dem Zeitpunkt der Ratifizierung an die Vertragsbestimmungen beachten und umsetzen.
Diese beiden Definitionen findet man im Glossar des Vertragsbüros des Europarats.
Oft zitiert wird der Wortlaut von Artikel 2(4) der UN-Charta: „Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt.“
Für den hier beschriebenen Kontext ist jedoch Absatz (3) von Artikel 2 mindestens genauso wichtig: „Alle Mitglieder legen ihre internationalen Streitigkeiten durch friedliche Mittel so bei, dass der Weltfriede, die internationale Sicherheit und die Gerechtigkeit nicht gefährdet werden.“
Nachfolgend ist ein Auszug aus J. Piekalkiewicz: „Der Zweite Weltkrieg“ (Seite 1078) wiedergegeben: „Am Sonnabend, dem 21. Juli 1945, wendet sich der japanische Botschafter in Moskau an die sowjetische Regierung und bittet um ihre Vermittlung zwecks Beendigung des Kriegs. Stalin unterrichtet US-Präsident Truman und Churchill von diesem Anliegen auf der gerade in Potsdam stattfindenen Konferenz. Die Alliierten reagieren jedoch nicht, da die Japaner keine bedingungslose Kapitulation akzeptieren wollen. Am Dienstag, den 24. Juli 1945, ergeben sich auf Okinawa die letzten japanischen Truppen. In den fast vier Monate dauernden unerbittlich geführten Kämpfen um diese Insel verlieren die Japaner 110.000 Soldaten.“
Wir halten also fest:
Am 26. Juni 1945 erfolgte die Unterzeichnung der UN-Charta durch die USA
Am 21. Juli 1945 kapitulierte Japan, wenngleich nicht bedingungslos
Am 24. Juli 1945 ergaben sich die letzten japanischen Truppen
Am 06. August 1945 fand die erste Massenvernichtung statt. Trotz UNTERZEICHNUNG wurden in Hiroshima 92.167 Menschen hingerichtet und 37.425 zum Teil schwer verletzt (Angaben Pielalkiewicz S. 1081)
Am 08. August 1945 wurde die UN-Charta von den USA ratifiziert
Am 09. August 1945 fand die zweite Massenvernichtung statt. Trotz RATIFIZIERUNG der UN-Charta wurden in Nagasaki weitere 40.000 Menschen vernichtet und 60.000 verletzt (Angaben Pielalkiewicz S2. 1081)

