Kommentar, 06.12.2024
Der Artikel mit dieser Überschrift ist hier zu finden und erinnert an kognitive Kriegsführung im Sinne der herrschenden Klasse. Er strotzt vor Vermutungen und Behauptungen. Schon das ausgewählte Bild…

..bedarf keines weiteren Kommentars. Die Botschaft, die hier wiedergegeben werden soll, ist klar: Putin, der Böse.
Textpassagen des verlinkten Artikels, die nachfolgend zitiert werden, sind blau-kursiv gekennzechnet.
Während der Westen diskutiert, bereitet Wladimir Putin einen noch längeren Krieg vor. Woher weiß das der Autor? Wo sind die Belege?
Sie wollten am Wochenende in einem Moskauer Nachtclub mit Freunden Spaß haben, trinken und tanzen. Möglich, vielleicht aber auch nicht. War der, der das schreibt, dabei?
Die Männer hatten einen Clubabend geplant. War der Autor bei der Planung dabei? War das Ziel dieses Clubabends wirklich nur Spaß haben, oder vielleicht doch etwas anderes?
Die Behörden […] sollen einige direkt in russische Rekrutierungsbüros gebracht haben. Vermutungen. Haben sie? Oder haben sie nicht?
Denn in der russischen Hauptstadt lebt die Machtelite, die Geld und Einfluss hat. Sollte Russland die Söhne dieser Familien nun für den Kriegsdienst einziehen… In welchem Land dieser Erde wohnt die Machtelite nicht in der Hauptstadt? Würde die deutsche Machtelite in Darmstadt wohnen, wäre dann Berlin noch die Hauptstadt? Und wenn die Kinder der Machteliten für den Kriegsdienst eingezogen werden, ist das nur gerecht! Die Kinder von Frau von der Leyen, sie selbst ehemalige Verteidigungsministerin und Treuhänderin im Davoser Weltwirtschaftsforum, somit Mitglied einer globalen Elite, haben nicht einmal in Friedenszeiten „gedient“. Glaubt jemand ernsthaft, sie würden es dann in Kriegszeiten in der Ukraine tun?
Dass Kremlchef Wladimir Putin nun auch in der russischen Hauptstadt mit Gewalt rekrutieren lässt,…… Jetzt wird die vormalige Unterstellung zur Tatsache verkehrt. Wodurch ist belegt, dass der „Kremlchef“ überhaupt Zwangsrekrutierungen durchführen lässt. Wodurch ist belegt, dass er das in allen russischen Städten tut, denn nichts anderes suggeriert die Formulierung „nun auch in der russischen Hauptstadt“. Hier werden angebliche Tatsachen in den Raum gestellt, die durch NICHTS belegt sind.
…nach vielen Kriegsmonaten, in denen laut NATO-Angaben… Toll. Angaben über russische Todesopfer werden vom größten Widersachers der Russischen Föderation kritiklos herangezogen. Goebbels lässt grüßen.
Die Razzien in den Moskauer Clubs sind nur ein Indiz dafür, dass die russische Führung….. Achtung: Framing. Wenn das Ziel des geplanten Clubabends nicht bekannt ist, wie lässt sich dann daraus ableiten, dass das Ziel der Razzia eine gewaltsame Rekrutierung ist? Kann es für Razzien in Russland nicht die gleichen Gründe geben wie für Razzien in Deutschland?? Wenn in dem verlinkten YouTube über Razzien in Deutschland berichtet wird, dass diese aus Gründen mutmaßlicher rechtsextremistischer terroristischer Vereinigungen durchgeführt wurden, warum darf dann nicht gemutmaßt werden, dass die Razzien in Russland wegen z. B. terroristischer tschetschenischer Gruppierungen durchgeführt werden? Warum kann das nur wegen der „Rekrutierung Wehrpflichtiger“ sein? Hier handelt es sich offenbar um einen tendenziösen und dienenden Artikel, der das Narrativ vom „Bösen Russen“ bedienen soll.
Doch während der Kreml sich auf einen noch längeren Konflikt in der Ukraine vorbereitet…..Der Kreml ist gut beraten, sich auf einen solchen vorzubereiten. Es war der Westen, Boris Johnson höchstpersönlich, der erfolgreiche Friedensbemühungen im März/April 2022 verhindert hat. Es sind die NATO-Mächte des UN – Sicherheitsrats, Frankreich und Großbritannien, die über die Entsendung von Bodentruppen in die Ukraine nachdenken. Die Entscheider im Kreml würden fahrlässig handeln, würden sie sich NICHT auf einen längeren Konflikt in der Ukraine vorbereiten.
….wird in den westlichen Ländern über Waffenstillstände und mögliche Friedenstruppen debattiert. Natürlich ohne Russland. Und ohne die BRICS – Staaten. Sie gehören aber bei Waffenstillstandsgesprächen genauso an den Tisch. Umso hanebüchener wird es, wenn über „mögliche Friedenstruppen“ fabuliert wird. Die kämen dann nämlich aus den NATO-Ländern in ein NICHT-NATOLAND. Wer als Friedenstruppen wohin geht hat alleine der UN-Sicherheitsrat in Abstimmung mit den darin maßgeblichen Veto-Mächten China und Russland zu entscheiden und nicht der Westen oder Europa nach eigenem Gusto.
Dabei machte Putin erneut kein Geheimnis daraus, dass er aktuell keinen Frieden möchte. Falsch. Putin ist solange nicht zu Friedensverhandlungen bereit, solange der Westen Positionen vertritt, die nicht mit den Nationalen Interessen der Russischen Föderation vereinbar sind. Er tut damit nichts andere als die USA, die mit dem Trump‘schen „America First“ immer ihr ureigenstes „National Interest“ voranstellen und sie werden dafür von der „Koalition der Willigen“ nicht kritisiert. Aber der russische Präsident. Das Versprechen des Westens, die Ukraine nach dem Krieg in die NATO aufzunehmen, die Angriffsraketen in Polen und Rumänien zu stationieren, die einseitige Aufkündigung des INF-Vertrags durch die USA, all das liegt nicht im nationalen Interesse Russlands, ebenso wenig wie es im nationalen Interesse der USA läge, würde Mexiko russischen Militärstützpunkte auf mexikanischem Grund und Boden an der Grenze zu den USA zustimmen. Wenn unter all diesen Voraussetzungen der Westen über Friedensverhandlungen reden möchte, gleichzeitig aber über Entsendungen von Bodentruppen in die Ukraine nachdenkt, muss er sich nicht wundern, wenn auf der anderen Seite wenig Begeisterung für derartige Gespräche zu verzeichnen ist.
Eines liegt auf der Hand: Ein Friedensschluss in der Ukraine sollte aus ukrainischer und westlicher Perspektive……..Westliche Hybris: Wo bleibt die russische Perspektive?
Wie Putin von weiteren Angriffen abgehalten werden soll, wird im Westen seit dem Jahr 2022 diskutiert. Aber nicht mit Putin!
Auf die Frage beim Treffen der NATO-Außenminister nach einer möglichen deutschen (militärischen) Präsenz in der Ukraine zur Absicherung eines Waffenstillstands antwortete Annalena Baerbock, man werde natürlich alles, was dem Frieden in der Zukunft diene, von deutscher Seite mit allen Kräften unterstützen. Heißt im Duktus der Außenministerin: „Egal was meine deutschen Soldaten denken.„
Als deutscher Bundeskanzler werde ich keine Soldaten unserer Bundeswehr in die Ukraine entsenden. Man mag viele Standpunkte des Bundeskanzlers kritisieren: Wer mit diesem nicht einverstanden ist, gehört zu den kriegstreibenden Fraktionen unseres Landes. Es wäre gut, wenn er den Schritt, den er mit Lindner gegangen ist, noch vor Ende seiner Amtszeit auch noch mit Frau Baerbock ginge: Sie von ihrer politischen Last zu befreien, bevor mit ihrem Wissen womöglich noch mehr diplomatisches Geschirr zerdöppert wird.
Sind die Debatten über deutsche Friedenstruppen lediglich spekulativ oder weitsichtig, mit Blick auf eine Zeit nach dem Krieg? Weder noch. Sie sind geschichtsvergessen, wenn nach mehr als 80 Jahren und 27 Millionen toten Russen wieder deutsche Truppen am Dnjepr stehen.
Auf den Passus, dass Macron NATO-Truppen in der Ukraine gedanklich nicht ausschließt, soll hier nicht näher eingegangen werden. Wir haben schon genug damit zu tun, in Deutschland vor der eigenen Haustüre zu kehren. Soviel sei aber erlaubt: Derartige Gedankenspiele, das innenpolitische Feudalverhalten der eigenen Bevölkerung gegenüber und die außenpolitischen Ambitionen eines „Napoleon 2.0“, der immerhin eine Atommacht repräsentiert, tragen definitiv nicht zur inneren Stabilisierung Frankreichs und der Friedenssicherung in Europa bei.
Außerdem suggeriert die Debatte über mögliche deutsche Soldaten zur Friedenssicherung in der Ukraine, dass Verhandlungen und ein Waffenstillstand in greifbare Nähe gerückt seien. Schwelt da ein Hauch Brotfrieden von Brest-Litowsk in der Luft? Damals wurde mit „Operation Faustschlag“ ein schneller Frieden mit der sich im Entstehen befindlichen Sowjetunion erzwungen nachdem man ihn vorher mit Kiew ausgehandelt und anschließend die Ukraine vereinnahmt hatte.
Zwar ist die aktuelle Lage auch für Russland schwierig, die Wirtschaft schwächelt,… Klar! Bei all den westlichen Sanktionen ist es aber umso erstaunlicher, wie wenig die russische Wirtschaft schwächelt – im Gegensatz zur unserer eigenen, die keinen solchen Sanktionen unterlag. Und das, obwohl wir im Gegensatz zu Russland (noch) nicht im Krieg sind
Doch Russland hat noch immer größere Reserven als die Ukraine,…. Interessant. Seit 1991, dem Bestehen der Ukraine als unabhängiger Staat, bis zum Beginn der russischen Sonderoperation, ist die Bevölkerung des Landes von ca. 51 Millionen auf ca. 44 Millionen (ca. 13,7%) geschrumpft, aber nicht wegen der Russen. Die EU hat die Mehrzahl dieser Bevölkerungsgruppe als Niedriglöhner u.a. in der deutschen Landwirtschaft abgezogen und ausgebeutet. Im gleichen Zeitraum ist die russische Bevölkerung von 149 auf 145 Millionen Einwohner geschrumpft, also ca. 2,7%. Würde jedes dieser beiden Länder rein rechnerisch heute 2% seiner Bevölkerung als militärisches Potential rekrutieren, käme die Russische Föderation alleine schon auf Basis dieser Betrachtung auf eine fast dreifache personelle Überlegenheit.
…auch weil der Kreml mittlerweile Soldaten aus Ländern wie Nordkorea rekrutiert und ohnehin von anderen Diktaturen mit Waffen und Munition versorgt wird. Und das ist das zentrale Problem. Die Versorgung Russlands mit Waffen und Munition und die Entsendung von Soldaten aus Nordkorea, das ist also das zentrale Problem für den Autor. Nicht die Milliarden, die der Westen in die Ukraine an Geldern UND Waffen pumpt. Nicht die NATO – Truppen, die sich bereits in der Ukraine befinden und auch nicht die Söldner, die in der Ukraine kämpfen.
Im Jahr 2025 werden sich die russischen Militärausgaben auf […] 145 Milliarden US-Dollar belaufen, eine enorme Summe. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 waren es noch 109 Milliarden US-Dollar. Der Vergleich hinkt! Mit der Datenbank von SIPRI lassen sich echte Vergleiche anstellen: Die kumulierten Rüstungsausgaben von 1993 bis Ende 2023. USA: 17,3 Billionen US-$, Russische Föderation: 1,4 Billionen US-$. Seit Bestehen der Russischen Föderation hat diese weniger als 10% dessen ausgegeben, was die USA in den Krieg gepulvert haben. Und die Russen haben nur marginal mehr ausgegeben als Deutschland mit 1,3 Billionen im gleichen Zeitraum. Was sind das für Vergleiche, die hier angestellt werden? ChattGBT lässt grüßen?
Deutsche Friedenstruppen oder Soldaten zur Friedenssicherung aus anderen Ländern könnten zwar zu einem nachhaltigen Frieden beitragen……
Weit gefehlt. Deutschland ist NATO-Mitglied. Unsere Truppen und Soldaten aus anderen Ländern – NATO-Ländern wohlgemerkt – würden die Front der NATO an Russlands Grenze sichern! DIE Rote Linie für Moskau überhaupt, aber DAS Ziel für Washington schlechthin. Wegen alle dem hat ja dieser Krieg überhaupt erst angefangen. Das US-Ziel wäre erreicht, die Stellung der NATO vorerst gesichert und der weitere Vormarsch des Militärbündnisses voraussehbar.
Fazit: So wie die gesamte westliche Wertegemeinschaft will auch der Verfasser dieses Artikels offenbar nicht wahrnehmen, dass sich die von den Protagonisten des Neoliberalismus angestrebte unipolare Weltordnung ihrem Ende zuneigt. Andere Nationale Interessen, insbesondere chinesische, russische und die des globalen Südens werden immer sichtbarer und stärker. Da helfen auch keine Diffamierungen gleich welcher Art. Und so legt dieser Artikel aus friedenspolitischer Perspektive die destruktive Haltung des Internetportals t-online offen und lässt die Vermutung zu, dass es sich hier um „embedded journalism“ handeln könnte. Aber Leserinnen und Leser mögen sich darüber bitte ihre eigene Meinung bilden:

